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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Andrea Lengerer (2004)

Familienpolitische Regimetypen in Europa und ihre Bedeutung für den Wandel der Familie – Ein Überblick über den Stand der Forschung

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 29, 1/2004, S. 98-121, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISSN: 0340-2398

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den Familienpolitiken in den Ländern Europas und deren Bedeutung für den Wandel der Familie. Angenommen wird, dass familienpolitische Maßnahmen keine direkte Wirkung auf die Muster des partnerschaftlichen und familialen Zusammenlebens haben. Auch das Geburtenniveau kann von der Politik nicht unmittelbar beeinflusst werden. Gleichwohl hat Familienpolitik durchaus ihre eigene Bedeutung. Sie determiniert kein Verhalten, setzt aber Rahmenbedingungen für individuelle Handlungsentscheidungen. Sie nimmt Einfluss auf die Konsequenzen, die mit verschiedenen Handlungsoptionen verbunden sind und macht so deren Realisierung jeweils wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher.

Um etwas über die Relevanz familienpolitischer Rahmenbedingungen aussagen zu können, sind zunächst ihre wesentlichen Züge herauszuarbeiten und ihre vielfältigen Ausformungen zu klassifizieren. Dazu wurden in jüngerer Zeit verschiedene Typologien vorgeschlagen. Hier vorgestellt und diskutiert werden die Ansätze von Fux, Gauthier und Strohmeier, die unterschiedliche Kriterien zur Herausbildung familienpolitischer Regime verwenden und eine unterschiedliche Zuordnung einzelner Länder vornehmen.

Empirische Befunde zur Wirksamkeit familienpolitischer Rahmenbedingungen bzw. zur Erklärungskraft solcher Typologien liegen bislang kaum vor. Auf der Makroebene lässt sich zwar ein Zusammenhang zwischen dem Politikprofil eines Landes und der dort vorfindbaren Struktur privater Lebensformen nachweisen. Ob ein solcher Zusammenhang aber tatsächlich eine kausale Beziehung impliziert, ist bislang nicht hinreichend belegt. Hier gilt es, eine Forschungslücke zu schließen, die nicht zuletzt aus einem Mangel an geeigneten, d. h. international vergleichbaren Individualdaten resultiert.

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