Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Thomas Klein, Andrea Lengerer und Michaela Uzelac (2002)

Partnerschaftliche Lebensformen im internationalen Vergleich

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 3/2002, S. 359-379, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Der vorliegende Beitrag analysiert die Verteilung partnerschaftlicher Lebensformen in den westlichen Industrieländern sowie deren Entwicklung in der Lebensverlaufsperspektive. Die Untersuchung basiert auf den Daten des „Fertility and Family Survey“. Im Ergebnis zeigt sich mit wenigen Ausnahmen eine zunehmende Etablierung außerehelicher Formen des Zusammenlebens, wobei (abgesehen von den südeuropäischen Ländern) die Ausbreitung der nichtehelichen Lebensgemeinschaft den wohl wichtigsten Aspekt des Wandels partnerschaftlicher Lebensformen beschreibt. Aus der Perspektive des Lebensverlaufs zeigen sich dabei in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Entwicklungen, die vor allem zwei Muster erkennen lassen: das der nichtehelichen Lebensgemeinschaft als Vorphase der Ehe und das der nichtehelichen Lebensgemeinschaft als dauerhafte Alternative. Als ein übergreifendes Ergebnis lässt sich zudem festhalten, dass verbindliche Formen der Partnerschaft, wie sie durch das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt zum Ausdruck gebracht werden, eine im Zuge der Individualisierungsdebatte fast erstaunlich konstante Verbreitung aufweisen, wobei der Rückgang der Ehen durch eine Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften teilweise oder ganz kompensiert wird. Man kann daher in den meisten Ländern eher von einer Strukturverschiebung in Bezug auf formale Gesichtspunkte des Zusammenlebens sprechen denn von einer Umwälzung real praktizierter Lebensformen.

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017