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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Karsten Hank (2002)

Zur Struktur und Kontinuität regionaler Fertilitätsunterschiede in Westdeutschland nach der Wiedervereinigung

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 3/2002, S. 313-326, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Eine Analyse neuerer Regionaldaten der amtlichen Statistik bestätigt die fortdauernde Existenz deutlicher Fertilitätsunterschiede zwischen westdeutschen Kreisen und eine bemerkenswerte Persistenz räumlicher Muster. Dabei ist zunächst festzuhalten, dass sich die Fertilitätsniveaus in städtischen und ländlichen Regionen auch in der jüngeren Vergangenheit nicht angeglichen haben. Weiterhin kann festgestellt werden, dass der Abstand zwischen den höchsten Geburtenniveaus in einigen Teilen Nordwest- und Süddeutschlands einerseits, und den niedrigsten Werten in einer Reihe von Universitätsstädten andererseits, größer ist als die im gleichen Zeitraum beobachteten Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. So konnte Mitte der 90er Jahre in Heidelberg eine zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) von nur 0,9 beobachtet werden, während der Landkreis Cloppenburg mit einem Wert von 1,9 fast das zur Bestandserhaltung notwendige Fertilitätsniveau erreichte. Weitere deskriptive Befunde deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Fertilitätsniveau eines Kreises und strukturellen Merkmalen wie der Bevölkerungsdichte, der Migration insbesondere junger Familien und der regionalen Arbeitsmarkt- bzw. Berufsstruktur hin. Mit Blick auf weitergehende Untersuchungen wird abschließend auf die Möglichkeiten und die Notwendigkeit von Mehrebenenanalysen hingewiesen.

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