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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Claudia Diehl (2002)

Wer wird Deutsche/r und warum? Bestimmungsfaktoren der Einbürgerung türkisch- und italienischstämmiger junger Erwachsener – Ergebnisse des Integrationssurveys des BiB

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 3/2002, S. 285-312, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

In dem Artikel werden die Determinanten der Einbürgerungsentscheidung von in Deutschland lebenden italienisch- und türkischstämmigen jungen Erwachsenen sowie der Absicht, einen deutschen Pass zu beantragen, analysiert. Warum planen manche Einwanderer den Erwerb des deutschen Passes und/oder nehmen die deutsche Staatsbürgerschaft an, während andere dies selbst dann nicht tun, wenn sie einbürgerungsberechtigt sind? Ein Schwerpunkt der Analysen liegt auf der Rolle der sozialen und kulturellen Assimilation im Einbürgerungsprozess, werden diese Faktoren doch in der Einbürgerungsforschung aufgrund von Datenproblemen oft vernachlässigt. Die Datenbasis der Analysen stellt eine Befragung von 1.200 türkisch- und 1.200 italienischstämmigen Einwanderern überwiegend der zweiten Generation in Deutschland dar.
Die Analysen zeigen, dass diejenigen, die in Deutschland geboren wurden, häufiger ihre Einbürgerung planen als diejenigen, die in der Türkei geboren wurden (es planen nur sehr wenige Italiener eine Einbürgerung). Davon abgesehen hängt der Plan, den deutschen Pass zu erwerben, fast ausschließlich von der sozialen und kulturellen Eingliederung einer Person ab. Letztere spielt auch eine wichtige Rolle, wenn man betrachtet, wer bereits eingebürgert ist. Ein höheres Bildungsniveau steht ebenfalls in einem positiven Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit, dass eine Person eingebürgert ist. In der untersuchten Altersklasse lassen sich türkische Frauen weitaus häufiger einbürgern als türkische Männer. Ein Blick auf die Daten der amtlichen Statistik zeigt indes, dass die Männer diesbezüglich aufholen, wenn sie älter werden.

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