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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Claudia Diehl (2002)

Die Auswirkungen längerer Herkunftslandaufenthalte auf den Bildungserfolg türkisch- und italienischstämmiger Schülerinnen und Schüler

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 2/2002, S. 165-184, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage, ob längere Herkunftslandaufenthalte (hier als „Pendeln“ bezeichnet) den Schulerfolg ausländischer Schülerinnen und Schüler negativ beeinflussen. Auf der Grundlage einer Befragung türkisch- und italienischstämmiger junger Erwachsener wird der Zusammenhang zwischen der Pendelmigration und der Wahrscheinlichkeit, das deutsche Bildungssystem ohne einen Schulabschluss zu verlassen, untersucht. Dabei werden nur die Bildungsinländer, d.h. Personen, die in Deutschland geboren oder im Vorschulalter eingewandert sind, betrachtet, so dass die Effekte der Herkunftslandaufenthalte unabhängig von denen des Einreisealters untersucht werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass das Pendeln bei dieser Gruppe nur noch von nachgeordneter Bedeutung ist und den Schulerfolg nur indirekt, über die Sprachkenntnisse, beeinflusst: Pendler haben schlechtere Sprachkenntnisse als Nichtpendler und diese wirken sich wiederum negativ auf den Schulerfolg aus. Anhand der vorliegenden Querschnittsdaten kann allerdings nicht der Kausalzusammenhang zwischen den beiden Variablen geklärt werden. Es bleibt daher eine offene Frage, ob diejenigen Migranten öfters pendeln, die schlechtere Sprachkenntnisse besitzen, oder ob das Pendeln tatsächlich die schlechteren Sprachkenntnisse verursacht.

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