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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Juliane Roloff und Karl Schwarz (2002)

Bericht 2001 über die demographische Lage in Deutschland mit dem Teil B „Sozio-ökonomische Strukturen der ausländischen Bevölkerung“

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 1/2002, S. 3-68, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Teil A

Im vorliegenden Bericht 2001 über die demographische Lage in Deutschland werden die Trends der deutschen und ausländischen Bevölkerungsentwicklung dargestellt und miteinander verglichen.

Anfang 2000 lebten in der Bundesrepublik Deutschland 82,2 Millionen Menschen, davon waren 7,3 Millionen Ausländer. Die überwiegende Mehrheit der Ausländer lebte in Westdeutschland.

Die Eheschließungszahlen, darunter die der Erstehen, sind seit 1991 erstmalig gestiegen. Das durchschnittliche Erstheiratsalter hat sich weiter erhöht: 1999 bei den Männern auf rd. 31, bei den Frauen auf rd. 28 Jahre. Während der Jahre 1991 bis 1999 waren die Heiraten von deutschen Partnern und die zwischen deutschen Frauen und ausländischen Männern rückläufig. Dahingegen sind die Eheschließungen zwischen ausländischen Partnern und die zwischen deutschen Männern und ausländischen Frauen gestiegen.

Seit Jahren ist eine wachsende Scheidungsneigung sowohl bei den Deutschen als auch bei den Ausländern festzustellen. Dabei liegt die Zahl an geschiedenen Ehen, in denen beide Partner Deutsche sind, bei weitem höher als die der „rein“ ausländischen Ehen. Von den Ehen mit Ausländerbeteiligung wurden die zwischen deutschen Frauen und Ausländern am häufigsten geschieden. 
Im März 1999 waren im Mikrozensus 2,1 Millionen nichteheliche Lebensgemeinschaften ausgewiesen. In fast allen nichtehelichen Lebensgemeinschaften waren beide Partner Deutsche.

Die Zahl der Lebendgeborenen ist 1999 weiter gesunken. Dabei ist diese Entwicklung zwischen West- und Ostdeutschland weiterhin sehr unterschiedlich: Seit 1994 haben die neuen Länder (einschließlich Ostberlin) eine stete Erhöhung ihrer Geburtenzahlen zu verzeichnen; im früheren Bundesgebiet ist die Zahl der Lebendgeborenen weiter rückläufig. Trotz weiter steigender Zahl und Quote nichtehelich geborener Kinder sowohl mit deutscher als auch mit ausländischer Staatsangehörigkeit wird der Großteil der Kinder nach wie vor in Ehen geboren. Das Fertilitätsniveau liegt unverändert niedrig bei 1,4 Kindern je Frau. Es ist für ausländische Mütter rückläufig, aber noch weiterhin höher als für deutsche Mütter (1,8 gegenüber 1,3 Kinder je Frau).

Die Lebenserwartung hat sich bei Männern und Frauen erhöht und zwischen West- und Ostdeutschland weiter angeglichen. 
Am Außenwanderungssaldo des Jahres 1999 waren rd. 42 % Deutsche beteiligt. Das nach zwei Jahren wieder zu verzeichnende Wanderungsplus an Ausländern resultierte insbesondere aus einer hohen Zuwanderung aus Asien. Von den 1999 in Deutschland 248,2 Tausend eingebürgerten Personen waren rd. 58 % Ausländer beziehungsweise Ausländerinnen.

Die ausländische Bevölkerung ist nach wie vor jünger als die deutsche. Doch ist in den kommenden Jahrzehnten, wie bei den Deutschen, auch bei den Ausländern mit einem wachsenden Altenanteil zu rechnen.

Teil B

Der Beitrag geht auf Grund neuester Daten auf die Haushalts- und Familienstruktur, die Erwerbsbeteiligung, den Schulbesuch und die Berufsausbildung sowie die Einkommensverhältnisse der Ausländer/innen in Deutschland ein.

Nur 10 % der Ausländer/innen leben allein, gegenüber 16 % der deutschen Bevölkerung, aber 80 % der Ausländer/innen, gegenüber nur noch 67 % der Deutschen als Ehepaare zusammen. Rund 800.000 oder 4 % der Ehen in Deutschland sind Ehen zwischen Deutschen und Ausländern.

Der Besuch weiterführender Schulen von Ausländern/innen kann als befriedigend betrachtet werden. An den Hochschulen sind die Ausländer/innen jedoch erheblich unterrepräsentiert.

Die Erwerbsbeteiligung der Ausländer liegt schon seit Jahren unter derjenigen der deutschen Bevölkerung. Das gilt vor allem für Ausländerinnen. Die Erwerbslosigkeit der Ausländer beträgt fast das Doppelte der Einheimischen. Prozentual fast das Doppelte macht unter den erwerbstätigen Ausländern auch der Anteil der Arbeiter aus. Dagegen sind prozentual fast ebenso viele Ausländer wie Deutsche als Selbständige erwerbstätig.

Im Durchschnitt liegen die Nettoeinkommen der alleinstehenden Ausländer und der ausländischen Ehepaare mit Kindern erheblich unter den vergleichbaren Einkommen der deutschen Erwerbstätigen. Besondere Benachteiligungen bringen die hohe Erwerbslosigkeit und die bei einigen Ausländergruppen hohen Kinderzahlen mit sich.

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