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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Jann-Michael Dornseiff und Reinhold Sackmann (2002)

Zwischen Modernisierung und Re-Traditionalisierung – Die Transformation von Familienbildungsmustern im Lebenslauf ostdeutscher Frauen am Beispiel der Geburt des zweiten Kindes

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 27, 1/2003, S. 87-114, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Der Einbruch der Geburtenentwicklung in Ostdeutschland nach der „Wende“ wirft die Frage auf, ob der ostdeutsche Transformationsprozess mit einem langfristigen Wandel der Bevölkerungsweise einhergeht. Bei der Geburt erster Kinder ist mittlerweile eine Annäherung an westdeutsche Familienbildungsmuster zu erkennen: In der Verzögerung der Erstgeburt im Lebenslauf und Anzeichen eines bis dahin in Ostdeutschland unbekannten Ausmaßes an Kinderlosigkeit lassen Tendenzen einer Polarisierung zwischen einen Familien- und einen Nicht-Familiensektor erkennen. In den Mittelpunkt des Interesses rücken nun die Prozesse der Familienerweiterung.

Anhand einer Längsschnittanalyse, die vorwiegend mit den Daten der Berufsverlaufsstudie Ost durchgeführt wurde, soll untersucht werden, inwieweit die Form der Einbettung der Geburt zweiter Kinder in den Lebenslauf ostdeutscher Frauen Anzeichen einer traditionellen Re-Strukturierung des Familiensektors erkennen lässt, wie sie durch die gesamtdeutschen institutionellen Rahmenbedingungen impliziert wird. Inwieweit in Zukunft mit einer stärkeren Annäherung der Muster der Familienerweiterung in Ostdeutschland in diesem Sinne zu rechnen ist, wird aufgrund einer individualdatengestützten Mikrosimulation geschätzt.

Dabei zeigt sich eine deutliche Persistenz spezifisch ostdeutscher Muster, die insbesondere in der Abstimmung von Familien- und Erwerbsphasen im Lebenslauf zum Ausdruck kommt. Die jüngeren Ausbildungskohorten lassen allerdings Tendenzen einer langfristigen Annäherung an westdeutsche Muster erkennen.

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