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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Kalev Katus und Luule Sakkeus (2001)

Demographische Entwicklung der im Ausland geborenen Bevölkerung Estlands: Divergenz oder Konvergenz

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 26, 3-4/2001, S. 443-452, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Dieser Beitrag bietet einen Einblick in die internationale Migration und die Zusammensetzung der Bevölkerung ausländischer Herkunft in Estland von 1845 bis heute. Parallel hierzu werden die Probleme der Migrationsforschung in Estland bis in die 90er Jahre aufgezeigt und folgende vom „Estonian Interuniversity Population Research Centre“ (EKDK) entwickelte Lösungen beschrieben:

Da eine Erhebung der ausländischen Bevölkerung und der nationalen Minderheiten in Estland bis 1990 unmöglich war, hat das EKDK eine Differenzierung zwischen der zugewanderten und einheimischen Bevölkerung anhand thematischer Module eingeführt. Diese thematischen Module beinhalten ein um den Wohnungsmarkt erweitertes Migrationsmodul, ein „Elternhausmodul“ und die „Erhebung über nationale Minderheiten“ (EPU).

  • Das „erweiterte Migrationsmodul“ liefert einen vollständigen Bericht über die Migrationsbiographie des Zuwanderers seit Abschluss seiner Primarbildung. Es informiert über die Veränderung der Wohnverhältnisse und offeriert die Möglichkeit, direkt zwischen fernen und nahen Umzügen zu unterscheiden. Auch erlaubt es den Hauptakteur einer Wohnsitzverlegung zu ermitteln.
  • Das „Elternhausmodul“ wurde zur Anwendung in den ereignishistorischen Erhebungen entwickelt, um Daten über die primäre Sozialisation zu erheben.
  • Da in den letzten fünfzig Jahren keine international vergleichbaren Daten über die nationale Minderheitsbevölkerung in Estland erhoben wurden, wurde eine „Erhebung über nationale Minderheiten“ durchgeführt. Sie ermöglicht u.a. die Rekonstruierung von Zeitserien der Hauptbevölkerungsindikatoren und liefert Informationen über gemischt nationale Ehen, intergenerationale und intragenerationale sprachliche Veränderungen, Religionszugehörigkeit und ethnische Selbstidentifikation. Methodologisch baut die „Erhebung über nationale Minderheiten“ auf dem Lebensverlaufansatz auf.

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