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Stefan Resch (2001)

Das Konzept der Verlorenen Lebensjahre – Theoretische Entwicklung und praktische Anwendung anhand eines Vergleichs der Mortalitäten West- und Ostdeutschlands

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 26, 2/2001, S. 203-229, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Hauptanliegen dieses Aufsatzes ist es, dem Leser einen detaillierten Überblick über die methodische Entwicklung sowie die Stärken und Schwächen des Mortalitätsindikators „Verlorene Lebensjahre“ zu geben. Im zweiten Teil folgt auf die Theorie eine empirische Anwendung des Konzepts anhand eines Mortalitätsvergleichs zwischen West- und Ostdeutschland in den Jahren 1990 und 1997.

Anhand der Verlorenen Lebensjahre wird belegt, dass der vorzeitige Tod in Ostdeutschland ein höheres Gewicht besaß als in Westdeutschland. Im Hinblick auf die Relevanz der einzelnen Todesursachen ergeben sich ebenfalls Unterschiede: Im Westen dominierten die Neubildungen, im Osten die Kreislaufkrankheiten. Erstaunlich war der immense Rückgang der verlorenen Lebensjahre durch Kreislaufkrankheiten in den neuen Bundesländern im Beobachtungszeitraum. Daneben fällt in Ostdeutschland der durch primär verhaltensdeterminierte Todesursachen verursachte hohe Anteil an verlorenen Lebensjahren auf; eine genauere Analyse der Todesursache Krankheiten der Verdauungsorgane lässt vermuten, dass der untypische Anstieg dieser Todesursache noch ein Artefakt der ideologischen Manipulationen der Sterbestatistik der DDR war.

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