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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Kurt Lüscher (2001)

Soziologische Annäherungen an die Familie

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 26, 2/2001, S. 173-201, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Angesichts der weitreichenden sozialen Veränderungen stellt sich in vielen Disziplinen die Frage nach dem „Eigensinn“ von Familie. Ein wichtiger Ausgangspunkt der soziologischen Annäherung an das aktuelle Verständnis von Familie sind die demographischen Daten. Dem Rückgang der Geburtenziffer und der Verlängerung der Lebenserwartung kommt ein besonderer Stellenwert zu. Beides verweist im Kern auf einen Wandel der öffentlichen und der privaten Bedeutung des Kindes und – allgemeiner – der Generationenverhältnisse. Darum bietet es sich an, die Gestaltung der Generationenbeziehungen ins Zentrum familiensoziologischer Analyse zu setzen. Es lässt sich anthropologisch und historisch begründen, dass Generationenbeziehungen den Umgang mit Ambivalenzen erfordern. In dem Ausmaß, in dem dies gelingt, lässt sich auch die These begründen, der spezifische Eigensinn von Familie liege in ihrem Potenzial für verlässliche Beziehungen. Das ist eine Umschreibung, welche die in der Familienrhetorik weit verbreiteten entweder einseitig idealisierenden oder dekonstruktiven Charakterisierungen zugunsten einer pragmatischen Sichtweise familialer Aufgaben und Leistungen zurückweist.

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