Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Alaka Malwade Basu (2000)

Die Geschlechterfrage in der Bevölkerungsforschung: Verwirrung über die Implikationen für die Gesundheitspolitik

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 25, 3-4/2000, S. 513-530, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

In diesem Beitrag untersuche ich einige der gesundheitspolitischen Implikationen eines wachsenden Trends innerhalb der demographischen Forschung sowie dessen Interpretation und Darstellung – des Trends zur „Politischen Korrektheit“, wobei dieser Begriff nicht im gängigen, oftmals abschätzigen Sinn definiert sein soll, sondern als ideologische Verpflichtung gegenüber gewissen Prinzipien. Häufig versucht man gegenwärtig, einem dieser Werte, auf welche man sich verpflichtet hat, nämlich der Idee der Gleichstellung der Geschlechter, dadurch mehr Gewicht und Legitimität zu verschaffen, indem man ihn an andere, weniger strittige Ziele knüpft, wie beispielsweise an Verbesserungen auf dem Gesundheitssektor. Aber die überzogene Beanspruchung ursächlicher Beziehungen zwischen der Gleichstellung der Geschlechter einerseits und positiven Entwicklungen auf dem Gesundheitssektor andererseits unterwirft die Fragestellung, die Methodik und die Interpretation der Forschung oftmals unzulässigen Beschränkungen. Bezieht die Gesundheitspolitik ihre Richtlinien aus dieser Art wissenschaftlicher Arbeit, dann besteht die Gefahr, dass die gesetzten Signale allzu oft nicht vollständig sind, nichts über die vielen Konsequenzen spezifischer politischer Maßnahmen sagen und letztlich eben jenen Zielen der Gleichstellung der Geschlechter und der sozialen Gerechtigkeit abträglich sind, aus welchen man sie bezog. Beispiele für solche Fälle sollen hier diskutiert werden.

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017