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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Reiner Schulz (2000)

Die Alterung der Weltbevölkerung

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 25, 2/2000, S. 267-289, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

Die Alterung der Bevölkerung ist eine Entwicklung, die in allen Ländern stattfindet, die eine abnehmende Zahl der jährlich Neugeborenen (mittel- bis langfristig: einer Geburtenhäufigkeit unterhalb des Bestandserhaltungsniveaus) aufweisen. Dies trifft besonders für die Industrieländer, aber bereits heute auch schon für einen großen Teil der Entwicklungsländer zu. Die Alterung einer Bevölkerung lässt sich – je nach spezifischer Definition von Alterung – mit verschiedenen Maßzahlen darstellen, generell wird aber die Alterung definiert als eine Zunahme des Anteils Älterer bzw. des Durchschnittsalters. Verursacht wird die demographische Alterung sowohl durch einen Rückgang der Geburten als auch der Alterssterblichkeit.

Bereits heute leben mehr über 60-Jährige in Entwicklungs- als in Industrieländern; in 30 Jahren werden allein in China mehr über 60-Jährige leben als in den Industrieländern insgesamt. Relativ, an der Gesamtbevölkerung gemessen, sind der Anteil Älterer und damit auch der Altenquotient in den Industrieländern natürlich höher, aber die höchsten Zuwachsraten (Basis 1950=100) bei den über 60-Jährigen haben die am wenigsten entwickelten Länder zu verzeichnen. Analoge Aussagen lassen sich auch für die Altersgruppe der über 80-Jährigen, der Hochbetagten, treffen. Am deutlichsten ist die Alterung der Weltbevölkerung zu sehen, wenn man den Bevölkerungsaufbau von 1950 mit dem für das Jahr 2050 zu erwartenden vergleicht; die „Bevölkerungspyramide“ wandelt sich zur graphischen Darstellung einer stationären Bevölkerung.

Südeuropa ist heute und in absehbarer Zukunft die Region mit der ältesten Bevölkerung, im Jahr 2050 werden in Europa knapp 40 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, in den Ländern mit der jüngsten Bevölkerung wird deren Anteil lediglich 12 % betragen. Auf die zu erwartenden sozio-ökonomischen Auswirkungen der Alterung auf Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen Länder wird in diesem Beitrag nicht eingegangen.

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