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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Herwig Birg (2000)

Ein Ansatz für die Prognose der Lebenserwartung und seine Umsetzung in Deutschland*

In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 25, 1/2000, S. 175-198, Opladen: Verlag Leske + Budrich, ISSN: 0340-2398

In den meisten Mortalitätsstudien beruht die Dynamik in der Veränderung der Lebenserwartung auf einer periodischen Analyse von Querschnittsdaten einer bestimmten Periode. Der Kohortenansatz ist methodologisch besser, hat aber den Nachteil, dass die Mortalitätsangaben nur für diejenigen Kohorten komplett sind, die bis zu 100 Jahren zurückreichen; das bedeutet, dass dieser Ansatz für die Prognose nur geringen Wert hat.

Dieser Artikel stellt eine neue Herangehensweise vor, die die Perioden- und Kohortenanalyse kombiniert. Sie verbindet deshalb den Vorteil der Periodenanalyse (die Verwendung aktuellerer statistischer Daten) mit den methodologischen Vorzügen des Kohortenansatzes. Die Analyse basiert auf den deutschen Sterbetafeln zurückgehend bis zum Jahr 1871. Auf dieser empirischen Basis beruht der Ansatz für die Prognose der Lebenserwartung bis zum Jahr 2080.

Die mittlere Variante prognostiziert ein Anwachsen der Lebenserwartung für die Männer ausgehend von 73,3 Jahren in den Jahren 1994/96 auf 81 Jahre im Jahr 2080 und für die Frauen von 79,7 auf 87 Jahre. Die Zunahme der Lebenserwartung (d. h. der ferneren Lebenserwartung) ist für die höheren Altersgruppen beträchtlich größer als für die unter 50-Jährigen. Die Ergebnisse werden in Form von Survival-Funktionen dargestellt, die es ermöglichen, die altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten für beide Geschlechter und die fernere Lebenserwartung für jedes Jahr des Prognosezeitraumes abzuleiten.

* Originaltitel: An Approach for Forecasting Life Expectancy and its Application in Germany (Volltext nur auf Englisch)

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