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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Band 35

Aspekte der Integration

Eingliederungsmuster und Lebenssituation italienisch- und türkischstämmiger junger Erwachsener in Deutschland

von Sonja Haug und Claudia Diehl (Hrsg.)

Schriftenreihe des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Bd. 35, 2005, 360 S., Wiesbaden: VS Verlag. ISBN: 978-3-531-14772-7 – beim Verlag vergriffen

Die Frage nach den Formen und Bestimmungsfaktoren der Eingliederung der ausländischen Bevölkerung gewinnt mit der dauerhaften Niederlassung der ehemals als „Gastarbeiter“ zugewanderten Gruppen und ihrer Nachkommen zunehmend an Bedeutung. Häufig mangelt es aber an geeigneten Daten, um empirisch fundierte Antworten auf gesellschaftlich viel diskutierte Fragen zu geben: Wie weit ist die Integration von Personen mit Migrationshintergrund (Migranten) im schulischen und beruflichen Bereich fortgeschritten, und wie lässt sich die Distanz zu den Deutschen gegebenenfalls erklären? Wie ist es um das Interesse und die Partizipation von Migranten im politischen und sozialen Bereich bestellt? Nehmen interethnische Eheschließungen und Freundschaftsbeziehungen zu, und gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen den Nationalitätengruppen? Diese Fragen stellen sich besonders dringlich, wenn es um die „zweite" oder „dritte Generation“ von Migranten geht, wird doch die Integration oder Segregation dieser Gruppe die Gesellschaft in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten entscheidend prägen.

Aus diesen Gründen wurde im Juli 2000 unter der Leitung von Honorarprofessor Dr. Ulrich Mammey der Auftrag zu einer breit angelegten Befragung italienisch- und türkischstämmiger Migranten im Alter von 18 bis 30 Jahren sowie einer deutschen Kontrollgruppe mit je ca. 1200 Befragten an das Markt- und Meinungsforschungsinstitut BIK Aschpurwis und Behrens, Hamburg, vergeben; die Erhebungsdaten wurden Ende März 2001 an das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung geliefert. In das Forschungsdesign der Studie sind die langjährigen Erfahrungen des ehemaligen Kuratoriumsvorsitzenden des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Professor Dr. Hans-Joachim Hoffmann-Nowotny (†), eingeflossen. Für die wissenschaftliche Beratung bei der Lösung des schwierigen Problems der Stichprobenziehung gebührt dem Mitglied des Kuratoriums des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Herrn Professor Dr. Heinz Grohmann, großer Dank – obgleich das Befragungsinstitut am Ende für ein anderes Verfahren plädiert hatte. Mein Dank geht auch an Evelyn Grünheid und Sybille Steinmetz für die redaktionelle Bearbeitung.

Bei der Befragung wurden Items über die Lebensverhältnisse, das Verhalten und die Einstellungen erhoben. Im Mittelpunkt standen thematisch die schulische, berufliche, soziale, sprachliche und identifikative Integration; Art und Ausmaß der Kontakte zur ethnischen Community und ihren Einrichtungen; Einstellungen zum Leben in Deutschland und zur politischen Partizipation sowie familiale Lebensbedingungen und Einstellungen. Aufgrund der thematischen Breite des Surveys und der hohen Anzahl an Befragten lassen sich anhand der Daten fundierte Aussagen über die Eingliederungsmuster der untersuchten Gruppen machen. Das Projekt wurde von Dr. Claudia Diehl und Dr. Sonja Haug übernommen, nachdem Herr Dr. Mammey 2002 in den Ruhestand getreten war. Das Ergebnis dieser Studie wird hiermit vorgelegt.

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