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Soziale Ungleichheit und demografischer Wandel

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD) vom 6. bis 8. März 2013 in Berlin

Unter dem Motto „Soziale Ungleichheit und demografischer Wandel“ präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen bei der Jahrestagung der DGD vor gut 200 Teilnehmern eine Vielfalt an demografischen Themen, die von den sozialen Determinanten der Gesundheit und der Lebenserwartung über die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie regionale Besonderheiten bis hin zur Pflege reichten. Dabei war dem Präsidenten der DGD, Prof. Dr. Tilman Mayer, die Wahrnehmung der bevölkerungswissenschaftlichen Themen durch die Politik ein besonderes Anliegen, wie er in seiner Eröffnungsrede betonte. Dazu begrüßte er die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, die sich in ihrem Beitrag mit dem Thema „Bildung im demografischen Wandel“ beschäftigte.

Der alte Präsident ist auch der neue: Ergebnisse der Vorstandswahlen bei der Jahrestagung
Im Rahmen der Tagung wurden darüber hinaus die Vorstandsmitglieder der DGD neu gewählt. Dabei blieb zumindest an der Führungsspitze alles beim Alten. So wurde Prof. Dr. Tilman Mayer bei den Vorstandswahlen mit 81 % der abgegebenen Stimmen wieder zum Präsidenten gewählt. Ebenfalls im Amt bleibt auch der bisherige Geschäftsführer der DGD, Stefan Fuchs. In den Vorstand wurden Dr. Jürgen Dorbritz (BiB), Prof. Dr. Sonja Haug (Universität Regensburg), Dr. Steffen Maretzke (BBSR), Dr. Rembrandt Scholz (Max-Planck-Institut für demografische Forschung) sowie Bettina Sommer (Statistisches Bundesamt) gewählt.

Das Foto zeigt Amelie Franke und Thomas Skora bei der Standrepräsentation und -betreuung von CPoS und dem Demografieportal auf der Jahrestagung der DGD am 06.03.2013 in BerlinAmelie Franke und Thomas Skora Quelle: Foto: Karla Gärtner

Das BiB stellt sich vor: „Comparative Population Studies“ und das Demografieportal des Bundes und Länder präsentieren sich auf der Jahrestagung
Das BiB präsentierte bei der Jahrestagung einen Stand mit Informationen zum wissenschaftlichen „Flaggschiff“ des Instituts, der Zeitschrift „Comparative Population Studies“ sowie dem 2012 eingerichteten Demografieportal des Bundes und der Länder (www.politik-fuer-alle-generationen.de), das vom BiB konzipiert, redaktionell gepflegt und laufend aktualisiert wird. Amelie Franke und Thomas Skora standen hier den interessierten Besuchern zu Fragen rund um die Arbeit des BiB Rede und Antwort.

Das weite Feld der Demografie: Themen und Podiumsdiskussion
Im Mittelpunkt der Tagung standen zahlreiche Sessions und Sitzungen der einzelnen Arbeitskreise der DGD, die, wie der Präsident Prof. Mayer bei seiner Eröffnungsrede sagte, einen bunten Strauß von Themen abdeckten. Die Palette reichte hierbei vom Zusammenhang zwischen Sozialstruktur und demografischem Wandel über Fragen der sozialen Ungleichheit (etwa bei der Gesundheit) bis hin zu demografiepolitischen Konzepten im Umgang mit dem demografischen Wandel.

Das BiB war in einer Sitzung zum Themenkomplex Migration und Mobilität beteiligt, die durch seinen Direktor, Prof. Dr. Norbert F. Schneider, geleitet wurde. Dr. Heiko Rüger vom BiB untersuchte in seinem Vortrag, inwieweit die Mobilitätsbereitschaft von Erwerbstätigen, das räumliche Bewegungsvermögen sowie das tatsächliche Mobilitätsverhalten sozial strukturiert sind.
In der abschließenden, von Prof. Mayer moderierten Podiumsdiskussion, diskutierten Dr. Rembrandt Scholz (MPI), Gabriele Sturm (BBSR), Prof. Dr. Rolf G. Heinze (Universität Bochum), Wolfgang Gründinger (Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen) und Wiebke Rösler (Humboldt-Universität Berlin) die Frage, inwieweit der demografische Wandel und die soziale Ungleichheit sozialen Sprengstoff für die Gesellschaft darstellen. Dabei zeigte sich einmal mehr die Komplexität und Vielschichtigkeit der Problemlagen. So wirken sich zum einen ökonomische Entwicklungen wie prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder Zeitverträge und zum anderen berufliche Überforderungen in der Rushhour des Lebens ebenso auf die demografische Lage und die sozialen Sicherungssysteme aus wie eine unzureichende Sozialisation in den Familien und Schulen. Insgesamt zeigten sich die Probleme in Deutschland regional mit unterschiedlicher Ausprägung. So gäbe es bisher in Deutschland nur eine schwache Differenzierung im Vergleich zu anderen Ländern, die aber anwachsen werde. Es gelte daher, so die einhellige Meinung, die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren, zum Beispiel auch mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Allianz-Nachwuchspreis für Demografie an fünf junge Wissenschaftler überreicht

Am Rande der Jahrestagung wurden fünf junge Wissenschaftler mit dem Allianz Nachwuchspreis für Demografie ausgezeichnet. Dr. Martin Kohls vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhielt dabei für seine Promotion an den Universitäten Bielefeld und Rostock zum Thema „Demografie von Migranten in Deutschland“ den Hauptpreis. Er zeigte in seiner Arbeit, dass der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund voraussichtlich deutlich schneller zunehmen wird als bisher vermutet.
Der Diplom-Soziologe Felix Trop wurde für seine Diplomarbeit zu „Geschlechterspezifischen Differenzen in der Alterspflege“ ausgezeichnet und die Diplom-Soziologin Dr. Ina Berninger für ihre Promotion an der Universität Köln zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Desweiteren wurde der Diplom-Ingenieur Philip Timpe für seine an der Technischen Universität Dortmund durchgeführte Arbeit zu „Wechselwirkungen von Energieverbrauch und demografischem Wandel“ mit einem Preis bedacht, ebenso wie der Politologe und Soziologe Dr. Christian Rademacher zu seinem Thema „Wie erfolgreich bewältigen deutsche Kommunen den demografischen Wandel“, einer Arbeit an der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg.
In seiner Laudatio betonte der Demografieexperte der Allianz, Prof. Dr. Volker Deville, der zusammen mit der Vizepräsidentin der DGD, Prof. Dr. Sonja Haug, die Auszeichnungen überreichte, dass die Nachwuchswissenschaftler mit den von ihnen gewählten Themen wie zum Beispiel Migration, Altenpflege oder Energieverbrauch zeigten, dass der demografische Wandel unweigerlich mit den Zukunftsaussichten junger Menschen verknüpft sei. Somit gelte der Allianz-Preis auch weiterhin als Ansporn für junge Wissenschaftler, substanzielle Beiträge zu den drängenden Fragen des Wandels beizusteuern, betonte Prof. Deville. Die Allianz ist seit 2012 offizieller Förderer und kooperiert mit der DGD mit dem Ziel, den gesellschaftlichen Diskurs zum Thema Demografie weiter voranzutreiben.


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