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Stärkung der demografischen Wissensbasis für die Umsetzung der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen

49. Sitzung der Kommission für Bevölkerung und Entwicklung der Vereinten Nationen in New York

Wie die Umsetzung der im letzten Jahr vorgestellten nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen überprüft werden kann, hängt in erster Linie von der Verfügbarkeit verlässlicher, aktueller und zugänglicher Daten und Statistiken zu Größe, Wachstum, Verteilung und weiteren sozioökonomischen Merkmalen der Bevölkerungen weltweit ab. Diese Problematik war das zentrale Thema bei der diesjährigen 49. Kommission für Bevölkerung und Entwicklung der Vereinten Nationen vom 11. bis 15. April 2016 in New York, an der auch Frank Swiaczny vom BiB als Mitglied der deutschen Delegation teilnahm.

Die Kommission hat sich damit erstmals explizit auch mit Kapitel XII.A des Aktionsprogramms der internationalen Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung von Kairo zu Datenerhebung, Datenanalyse und Datenverbreitung beschäftigt, dessen Umsetzung zentrale Aufgabe der Kommission ist. Die internationale Gemeinschaft bekräftigte angesichts der Herausforderungen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung den Auftrag der Kommission und hat sichergestellt, dass die Arbeit der Kommission künftig das neue High Level Political Forum für nachhaltige Entwicklung unterstützt.

Demografische Daten und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Weltbevölkerung

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), Ban Ki-moon, betonte in seiner Eröffnungsrede, welche große Rolle demografische Daten und Analysen für die Umsetzung der angestrebten Entwicklungsziele haben. Er bekräftigte, dass Menschen niemals auf Zahlen reduziert werden können, Statistiken aber unerlässlich seien um Fortschritt zu messen. „Wenn Menschen nicht gezählt werden, werden sie ausgeschlossen“, so Ban Ki-moon. Um das Versprechen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wahr zu machen „niemanden zurückzulassen“ sei es eine Verpflichtung sicherzustellen, dass jeder gezählt wird. Daher muss es vor allem darum gehen, die für die Erhebung demografischer Daten verantwortlichen Institutionen in den jeweiligen Ländern zu stärken. Nach übereinstimmenden Äußerungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Bevölkerungsdaten und -analysen unabdingbar, wenn es darum geht, Ungleichheiten auf der Welt zu bekämpfen und allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Kommission hat in einer Resolution hierzu weitreichende Empfehlungen vorgelegt.

Die Position Deutschlands

Unterstützt werden diese Maßnahmen auch von deutscher Seite: So bekräftigte Frank Swiaczny vom BiB als Mitglied der deutschen Delegation während der Verhandlungen die volle Unterstützung Deutschlands für die Umsetzung des Aktionsprogramms der Internationalen Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo sowie ihrer Folgekonferenzen und Überprüfungsprozesse. Er betonte, dass der Zugang zu verlässlichen, aktuellen und differenzierten Daten für das Erreichen der 2015 beschlossenen nachhaltigen Entwicklungsziele der VN entscheidend ist und Deutschland schon seit geraumer Zeit den Blick verstärkt auf die Verwendung demografischer Daten für die Analyse von Bevölkerungsdynamiken in der Entwicklungskooperation richtet, um faktenbasierte Planung und Entscheidungsfindung zu fördern. Die bisherigen Bemühungen, existierende Bevölkerungsdaten aus vielerlei Quellen wie zum Beispiel den VN, nationalen Behörden, Forschungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft zu sammeln und zu analysieren, gleichen bisher aber noch einem Patchwork, so Swiaczny weiter. Daher sei es aus deutscher Perspektive auch wünschenswert, wenn insbesondere die VN-Bevölkerungsabteilung, in Kooperation mit dem United Nations Population Fund (UNFPA), eine tragende Rolle bei Initiativen zur Koordination und Unterstützung der standardisierten Datenerhebung, -archivierung sowie -verteilung spielen würde. Voraussetzung für die sinnvolle Nutzung von Bevölkerungsdaten sei es, einen freien und unbegrenzten Zugang sicherzustellen. Nur so werde es möglich, dass alle Beteiligten, einschließlich von Wissenschaft und Zivilgesellschaft, zu einer wissensbasierten Umsetzung der Entwicklungsziele beitragen können.


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