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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Ziele

Die Haushalte heutiger Familien sind kleiner geworden und gleichzeitig leben in mehr Familien als früher drei oder sogar vier Generationen. Diese Entwicklungen gingen und gehen einher mit Änderungen im partnerschaftlichen Zusammenleben: Alleinleben, nichteheliche Lebensgemeinschaften und Ehescheidungen haben zugenommen, die Anteile der kinderlosen Frauen und der außerehelich Geborenen sind gestiegen. Vor diesem Hintergrund soll der Generations and Gender Survey (GGS) mit aktuellen empirischen Daten Aufschluss über zugrundeliegendes demographisches Verhalten und Prozesse sowie die diese Entwicklungen beeinflussenden Faktoren geben. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Beziehung zwischen den Kindern und ihren Eltern (Generations) und die Beziehung zwischen den Partnern (Gender). Wichtigstes Ziel des GGS ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die genannten demographischen Veränderungen zu ermöglichen und der Politik und ihren Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen.

Zur Erklärung des individuellen demographischen Verhaltens erfragt der GGS Informationen über eine Vielzahl verschiedener Lebensbereiche. Dazu zählen insbesondere sozioökonomische Informationen über die Befragten, wie beispielsweise Erwerbsverhalten, Einkommen und Bildung. Weiterhin sammelt der GGS aber auch Informationen über Werte und Einstellungen, Generationen- und Geschlechterbeziehungen, Haushaltszusammensetzung und Wohnverhältnisse, soziale Netzwerke, private und öffentliche finanzielle Hilfeleistungen, Umzugsbiographien und Gesundheit.

Der GGS ist im Vergleich zu früheren demographischen Erhebungen durch drei Eigenschaften charakterisiert. Dazu zählt erstens das Paneldesign des GGS, zweitens seine konsequente Beachtung der Geschlechterbeziehungen und drittens sein Fokus auf die Generationenbeziehungen.

  1. Das Paneldesign und die konsequente Verwendung vorausschauender Fragen innerhalb des GGS erhöht die analytischen Möglichkeiten individuelles Verhalten zu erklären. Ganz allgemein benötigt man zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge Informationen über hypothetische Erklärungsfaktoren zu einem Zeitpunkt der vor dem zu erklärenden Verhalten einer Person liegt. Das Paneldesign erlaubt es, individuelles Verhalten zwischen zwei Wellen des GGS mit den Informationen über die jeweiligen Personen aus der vorhergehenden Welle zu erklären.
  2. Ein Querschnittsthema innerhalb des gesamten GGS sind die Geschlechterbeziehungen. Ziel ist es, national repräsentative Stichproben mit in etwa gleich großen Anteilen von Männern und Frauen zu erheben. Ein Großteil der Daten werden aus Sicht der Paarbeziehung erhoben, d. h. die Befragten werden um Informationen über Ihren (falls vorhandenen) gegenwärtigen Partner oder Partnerin gebeten. Ziel dieser aufwendigen Datenerfassung ist die Untersuchung des demographischen Verhaltens in Verknüpfung mit den jeweiligen Geschlechterbeziehungen.
  3. Der GGS analysiert auch die Beziehungen zwischen den Generationen auch aus Sicht der älteren Bevölkerung. Ziel ist es, durch die Einbeziehung von Personen die ihre reproduktive Phase bereits angeschlossen haben, Wissenschaft und Politik neue Erkenntnisse über die Bevölkerungsalterung zu ermöglichen.

Darüber hinaus stellt die internationale Vergleichbarkeit ein grundlegendes, das Design des GGS bestimmendes Element dar. Dafür wurden neben dem Core-Questionaire Anleitungen zur Durchführung der Befragung und gemeinsame Definitionen festgelegt, denen jedes teilnehmende Land folgen sollte. Grundgedanke hierbei ist, dass ein tieferes Verständnis demografisch relevanten Handelns erst durch den Vergleich zwischen verschiedenen Ländern mit je eigenen kulturellen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen, von denen angenommen wird, dass sie individuelles Handeln mit beeinflussen, möglich wird. Eng damit verknüpft ist die Strukturbezogenheit des GGS, welche durch die Contextual-Database realisiert wird. Diese besteht aus aggregierten Daten über demografische, soziale, rechtliche und ökonomische Bedingungen der beteiligten Länder und ihrer regionalen Untereinheiten.


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