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Bedeutung sozialer Unterstützungsleistungen für die Fertilität von Deutschen und türkischen Migrantinnen

Inhalt und Ziel

Im Diskurs zur Untersuchung des anhaltend niedrigen Geburtenniveaus in Deutschland steigt die Bedeutung weiblicher Migration. Aus der bisherigen Forschung ist bekannt, dass Frauen, die nach Deutschland migrieren, zumeist im reproduktiven Alter sind und aus Ländern mit hoher Fertilität stammen. Auch nach ihrer Migration liegt das Fertilitätsniveau der ethnischen Minderheiten, etwa Frauen mit türkischer Herkunft, deutlich über dem der deutschen Frauen. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Forschungsprojekt mit den Ursachen der Fertilitätsunterschiede zwischen in Deutschland lebenden Türkinnen und deutschen Frauen. Ziel ist es insbesondere herauszufinden, welche Rolle soziale Netzwerke und informelle Unterstützungsleistungen bei der Entscheidung für ein Kind spielen.

Die Bedeutung sozialer Unterstützungsleistungen und sozialen Kapitals auf reproduktives Verhalten wird derzeit in der Literatur nur wenig thematisiert. Weiterhin stehen Untersuchungen zur Bedeutung der Großeltern in Bezug auf informelle Unterstützungsleistungen für ihre Kinder und Enkelkinder noch weitgehend am Anfang. Die demographischen Veränderungen legen jedoch nahe, dass insbesondere die Großeltern bei der Untersuchung informeller Unterstützungsnetzwerke Beachtung finden müssen, da sich gerade hier das potentielle Betreuungsverhältnis in den letzten Jahren stark geändert hat. Immer mehr Großeltern können für immer weniger Enkel da sein.

Den theoretischen Hintergrund bilden sowohl Annahmen der klassischen sozioökonomischen Fertilitätstheorien als auch kulturelle Aspekte. Weiterhin können auch (sozial-)psychologische Fertilitätstheorien zur Anwendung kommen.

Neben der Betrachtung der sozialen Netzwerke und informellen Unterstützungsleistungen müssen ebenfalls die individuellen Betreuungspräferenzen in die Überlegungen einbezogen werden, da angenommen wird, dass diese kulturell geprägt sind und somit Unterschiede bestehen. Bei Eltern, die ihre Kinder lieber selber betreuen, wird sich der Einfluss informeller Unterstützungsleistungen anders darstellen, als bei Eltern, die auch eine Fremdbetreuung befürworten.

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