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Sterblichkeit und Todesursachen von Säuglingen im 19. Jahrhundert

Inhalt und Ziel

Die amtliche Statistik wurde in Deutschland erst zu Beginn des Jahres 1876 eingeführt. Zuvor wurden demografische Ereignisse wie Geburten und Sterbefälle in den örtlichen Kirchenbüchern erfasst. Diese Quellen wurden bislang aufgrund des hohen Digitalisierungsaufwands nur selten für demografische Analysen genutzt und dann meist nur für kleinere Gemeinden. Im Bereich der Sterblichkeit gibt es daher Wissenslücken für den Zeitraum vor der deutschen Reichsgründung. Zu diesen „weißen Flecken“ auf der Landkarte gehört Mecklenburg einschließlich der Hansestadt Rostock. Bekannt ist, dass die Sterblichkeit in Norddeutschland – im Gegensatz zu heute – wesentlich niedriger war als in Süddeutschland und auf einem vergleichbaren Niveau wie in Schweden lag. Ein Hauptgrund hierfür ist die damals deutlich geringere Säuglingssterblichkeit im Norden.

Dieses Projekt widmet sich der Erforschung der Säuglingssterblichkeit im 19. Jahrhundert einer städtischen Bevölkerung im Norden Deutschlands am Beispiel der Hansestadt Rostock. Die Auswertungen basieren auf digitalisierten Kirchenbüchern. Die gewonnenen Individualdaten ermöglichen den Gebrauch multivariater Analysemethoden, mit deren Hilfe der Einfluss sozioökonomischer Variablen auf das Sterben im ersten Lebensjahr, auch im Hinblick auf verschiedene Todesursachen, untersucht werden soll.


Veröffentlichungen

Mühlichen, Michael; Scholz, Rembrandt D.; Doblhammer, Gabriele (2015): Soziale Unterschiede in der Säuglingssterblichkeit in Rostock im 19. Jahrhundert. Eine demografische Analyse anhand von Kirchenbuchdaten. In: Comparative Population Studies 40 [DOI: 10.12765/CPoS-2015-03de]

Mühlichen, Michael; Scholz, Rembrandt D. (2015): Dokumentation der Aufbereitung historischer Kirchenbuchdaten am Beispiel der Säuglingssterblichkeit in der Hansestadt Rostock. BiB Daten- und Methodenberichte 2/2015. Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung [URN: urn:nbn:de:bib-dmb-2015-028]

Mühlichen, Michael; Scholz, Rembrandt D. (2015): Demographic Analyses of Church Records: The Case of Infant Mortality in the Hanseatic City of Rostock in the 19th Century. MPIDR Technical Report 2015-002. Rostock: Max-Planck-Institut für demografische Forschung


Zusatzinformationen

Kontakt

Michael Mühlichen

Telefon: +49 611 75 2402
Fax: +49 611 75 3960

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Projektpartner national

Dr. Rembrandt Scholz
Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock

Prof. Dr. Gabriele Doblhammer
Institut für Soziologie und Demografie, Universität Rostock:

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