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Die Bedeutung des Sozialraumes für die gesundheitlichen Effekte des freiwilligen Engagements älterer Menschen (SPATIAL)

Inhalt und Ziel

In der Alternsforschung spielen in den letzten Jahren verstärkt Altersbilder eine Rolle, welche die Potenziale gesellschaftlicher Partizipation und Kompetenzen alter Menschen im Sinne eines „aktiven“ beziehungsweise „produktiven Alterns“ hervorheben. Eine grundlegende Voraussetzung, um diese Leitbilder zu realisieren, ist die Aufrechterhaltung einer möglichst guten Gesundheit im Altersverlauf, durch die sich möglicherweise der Eintritt chronisch-degenerativer Alterskrankheiten bis auf einen kurzen Zeitraum unmittelbar vor dem Tod verzögern ließe („Kompression der Morbidität“).

Gegenwärtig liegen zahlreiche empirische Evidenzen vor, welche die salutogene Wirkung des freiwilligen zivilgesellschaftlichen Engagements älterer Menschen belegen. In diesen Studien spielen jedoch kleinräumige soziale Kontexte, in welche die verschiedenen Formen freiwilliger Tätigkeiten eingebettet sind, bislang eine wenig beachtete Rolle. Eine individualistische Konzeption freiwilligen Engagements läuft jedoch Gefahr, wesentliche ökologische Einflussfaktoren zu vernachlässigen, die für ein „gesundes Altern“ (healthy ageing) genutzt werden könnten. Sie bietet zudem nur wenige Ansatzpunkte für politische Interventionen.

Das Projekt knüpft an diese Forschungslücke an. Es untersucht, wie der salutogene Effekt freiwilligen Engagements durch physische, soziale, ökonomische und demografische Merkmale des Wohnumfeldes älterer Menschen beeinflusst wird. Der hier betrachtete Sozialraum umfasst in urbanen Regionen die Nachbarschaft beziehungsweise das Wohnquartier sowie in ländlich-peripheren Räumen die Gemeinde als unmittelbares Wohnumfeld alter Menschen. Sozialräumlichen Merkmale umfassen die Altersstruktur, die ethnische Zusammensetzung, das physische und soziale Umfeld und den sozioökonomischen Status eines Wohnquartiers. Es wird ein indirekter Effekt des nachbarschaftlichen Kontextes vermutet, dass heißt sozialräumliche Faktoren können die salutogene Wirkung freiwilligen Engagements älterer Menschen begünstigen oder einschränken. Dabei wird „gesundes Alterns“ aus einer lebenslaufbezogenen Perspektive untersucht. Ziel ist es, den politisch Verantwortlichen Ansätze zur Stärkung der gesundheitsförderlichen Wirkung zivilgesellschaftlichen Engagements aufzuzeigen, die im Wohnumfeld älterer Menschen begründet sind und somit über individuelle Merkmale hinausgehen beziehungsweise diese ergänzen.


Veröffentlichung

Mergenthaler, Andreas (2015): Community, volunteering, and health in mid- and older adulthood: evidence from al longitudinal sample of the German Ageing Survey (DEAS). In: Doblhammer, Gabriele (Ed.): Health among the elderly Germany: New evidence on disease, disability and care need. Beiträge zur Bevölkerungswissenschaft, Band 46. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich: 59-81.

Zusatzinformationen

Projektleitung

Dr. Andreas Mergenthaler

Telefon: +49 611 75 2942
Fax: +49 611 75 3960

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