Navigation und Service

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Link zur Startseite)

Einfluss der subjektiv eingeschätzten ökonomischen Lage auf die Familienerweiterung

im Vergleich zwischen Deutschen und Türken

Inhalt und Ziel

Die ökonomische Situation einer Familie kann positiven und negativen Einfluss auf die Entscheidung haben, ob die Geburt weiterer Kinder gewünscht und nicht verhindert wird. Eine günstige Lage kann dazu beitragen, dass sich Eltern für die Geburt eines weiteren Kindes entscheiden, sofern andere Gründe nicht dagegen stehen und tatsächlich ein Entscheidungsprozess vorliegt (kein Zufall). Allerdings ist eine rein ökonomische Abwägung unwahrscheinlich, weil bestimmte Normen, Werte und kulturelle Leitbilder die Entscheidung maßgeblich beeinflussen oder sogar ablösen. Insofern ist nicht zwangsläufig davon auszugehen, dass eine bessere ökonomische Lage zu einer Begünstigung einer Entscheidung für weitere Kinder führt.

Die Ausgangsfrage lautet folglich, inwieweit die selbst eingeschätzte finanzielle Lage im Haushalt einen positiven Effekt im Vergleich zu anderen Faktoren aufweist. Ein Vergleich zwischen Deutschen und Türken wird deswegen durchgeführt, weil zum einen ein unterschiedliches generatives Verhalten (Timing und Kinderzahl), zum zweiten faktische sozialstrukturelle Unterschiede (Einkommens- und Vermögenssituation) vorliegen und zum dritten eine interessante Vergleichsgruppe mit spezifischen kulturellen Leitbildern und Vorstellungen zur Familie zur Verfügung steht. Zudem ist eine Erweiterung der Kenntnisse über Familienbildungsprozesse der größten Migrantengruppe in Deutschland nach wie vor von Interesse.

Für die Analyse werden zwei Wellen der Hauptbefragung und der Zusatzerhebung türkischer Staatsbürger des Generations and Gender Surveys (GGS) in Deutschland ausgewertet. Die Paneldaten werden verwendet um die Einschätzung der ökonomischen Lage zum Zeitpunkt der ersten Welle, in Verbindung zur tatsächlichen Geburt von Kindern bzw. Schwangerschaft innerhalb der drei Jahre bis zum Zeitpunkt der zweiten Welle, zu bringen. Berücksichtigt werden nur Befragte im gebärfähigen Alter mit mindestens einem Kind im Haushalt. Als Maß für die ökonomische Lage wird die Einschätzung verwendet, wie gut der Gesamthaushalt mit dem Einkommen zurecht kommt.


Veröffentlichung

Naderi, Robert (2013): Unter welchen Bedingungen bekommen Eltern weitere Kinder? Ein Vergleich zwischen Deutschen und Türken unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer Abwägungen. In: Zeitschrift für Familienforschung 25, 1: 75-95


Zusatzinformationen

Kontakt

Robert Naderi

Telefon: +49 611 75 4507
Fax: +49 611 75 3960

E-Mail schreiben

Diese Seite

© Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - 2017