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Einsamkeit älterer türkischer Migranten in Deutschland

Ein Vergleich der Loneliness-Skala mit Personen ohne Migrationshintergrund

Inhalt und Ziel

Die Einbettung älterer Menschen wird besonders durch den demografischen Wandel zu einer wichtigen sozialen Frage. Oftmals wird die Sorge geäußert, dass gerade in urbanen Räumen durch ein hohes Maß an Anonymität und Vereinzelung, ältere Menschen von Einsamkeit bedroht sind. Im Zuge des steigenden Anteils dieser Bevölkerungsgruppe gewinnt auch diese Fragestellung an Bedeutung, nicht nur bezüglich intergenerationaler Beziehungen oder tatsächlich existierender Netzwerke (Freunde und Familie). Vielmehr ist es relevant, ob sich eine entsprechende Person eingebettet oder einsam fühlt. Hierfür steht als Maß die sogenannte Loneliness-Skala (6-Item-Variante nach De Jong-Gierveld), welche unter anderem im Generations and Gender Survey (GGS) mit erhoben wurde, zur Verfügung.

In besonderem Maße wird diese Frage für Migranten in Deutschland interessant, weil viele fern von ihrem Ursprungsort, in Deutschland ihren Lebensabend verbringen werden. Es wird allgemein behauptet, dass ältere Migranten im Durchschnitt einsamer sind, als Personen ohne Migrationshintergrund. Auch wenn viele Migranten einen Großteil ihres Lebens in Deutschland verbracht haben müssen sie mit Unterschieden in Kultur, sozialen Normen, mit sozioökonomischen Nachteilen und ihren Bezug zur Heimat und den damit verbunden Sorgen über die dort lebende Verwandtschaft, sowie mit der Frage der Rückkehr oder Nicht-Rückkehr umgehen. Diese Aspekte werden häufig als Gründe für ein höheres Einsamkeitsgefühl angeführt.

Ziel des Projekts ist das Verständnis und die Erklärung möglicher Unterschiede der subjektiv eingeschätzten Einsamkeit älterer Türken in Deutschland, welche die größte und wichtigste Gruppe ausländischer Staatsbürger darstellt, zu Personen ohne Migrationshintergrund der gleichen Altersgruppe. Betrachtet werden Personen zwischen 50 und 79 Jahren. Die Ausgangsfrage lautet folglich: Sind ältere Türken einsamer als Deutsche der gleichen Altersgruppe und was sind die Erklärungsfaktoren dafür?

Für die Auswertung werden GGS-Daten der Hauptbefragung und der Zusatzerhebing türkischer Staatsbürger der ersten Welle verwendet. Die abhängige Variable ist die De Jong-Gierveld 6-Item Loneliness-Skala. Mittels regressionsanalytischer Verfahren werden die Unterschiede zwischen Türken und Deutschen untersucht.


Veröffentlichung

Fokkema, Tineke; Naderi, Robert (2013): Differences in Late-Life Loneliness. A Comparison between Turkish and Native-Born Older Adults in Germany. In: European Journal of Ageing 10,4: 289-300 [DOI: 10.1007/s10433-013-0267-7]

Zusatzinformationen

Kontakt

Robert Naderi

Telefon: +49 611 75 4507
Fax: +49 611 75 3960

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