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Migration und Fertilität

Inhalt und Ziel

Zur Frage der Fertilität von Migrantinnen wurden in den letzten Jahren zahlreiche Arbeiten mit unterschiedlichen Datenquellen und Zielsetzungen verfasst. In Deutschland standen dabei häufig Herkunftsregionen im Fokus, die ein deutlich höheres Fertilitätsniveau aufweisen, die aber auch gleichzeitig die größten Gruppen von Migranten in Deutschland darstellen. Ein Beispiel hierfür ist die Türkei.

Fragen nach der Fertilität von Migrantinnen können aus theoretischer Sicht auf mehreren Ebenen diskutiert werden: Zum einen stellt sich die Frage nach dem Einfluss des Migrationsprozesses als Element im Lebenslauf einer Frau, der sich je nach Zeitpunkt negativ auf die Geburt von Kindern auswirken kann. Durch die Wanderung können zeitliche Verschiebungen bei der Realisierung des Kinderwunsches eintreten, was nicht nur vom Alter bei Migration, sondern auch von den Wanderungsgründen abhängig sein kann. Eine weitere Ebene ist die Anpassung des Geburtenverhaltens an das der Frauen im Aufnahmeland. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob Fertilitätsmuster eher dem Herkunftsland, dem Aufnahmeland, dem spezifischen Muster der Migrantenpopulation im Aufnahmeland oder einer neuen gegebenenfalls hybriden Form folgen.

Ziel des Projektes ist folglich zu untersuchen, warum verschiedene Gruppen von Migrantinnen sich in ihrem generativen Verhalten unterscheiden und welche Rolle Migrations- und Integrationsprozesse für die Fertilität spielen. Im Vorfeld wurden schon Arbeiten insbesondere zu Türkinnen in Deutschland vor allem mit Daten des Generations and Gender Survey und dem Mikrozensus im BiB durchgeführt. Dies soll nun auf weitere Herkunftsländer ausgeweitet werden. Dabei wird die Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich „Familie und Fertilität“ ausgeweitet.

Publikationen

Naderi, Robert (2015): Kinderzahl und Migrationshintergrund. Ein Vergleich zwischen Frauen türkischer Herkunft mit oder ohne eigene Wanderungserfahrung sowie Frauen ohne Migrationshintergrund in Westdeutschland. In: Zeitschrift für Familienforschung 27,3: 322-342

Naderi, Robert (2013): Unter welchen Bedingungen bekommen Eltern weitere Kinder? Ein Vergleich zwischen Deutschen und Türken unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer Abwägungen. In: Zeitschrift für Familienforschung 25, 1: 75-95

Kohls, Martin; Naderi, Robert; Schmid, Susanne (2013): Auswirkung wanderungsbezogener und sozioökonomischer Aspekte auf das generative Verhalten türkischer Migrantinnen in Deutschland. Bevölkerungsforschung Aktuell, 34,2: 23-28

Zusatzinformationen

Projektleitung

Robert Naderi

Telefon: +49 611 75 4507
Fax: +49 611 75 3960

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