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Forschungsbereich 2

Migration und Mobilität

Forschungsdirektor: Dr. Jürgen Dorbritz

Gegenstand des Forschungsbereichs sind Bewegungen von Personen im Raum. Das Migrations- und Mobilitätsverhalten der Bevölkerung hat sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf den demografischen Wandel: Einen direkten Einfluss auf Bevölkerungs- und Sozialstruktur hat die internationale Migration. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich Europa zu einer der weltweit wichtigsten Einwanderungsregionen entwickelt. Deutschland stellt hier einen der zentralen „Migrationsmagnete“ dar und konnte in diesem Zeitraum einen Wanderungsgewinn von etwa 12 Millionen Personen verzeichnen. Ohne diesen positiven Außenwanderungssaldo würde die Bevölkerung in Deutschland bereits seit den 1970er Jahren schrumpfen. Indirekte Einflüsse auf den demografischen Wandel haben Migration und Mobilität hingegen dann, wenn diese Prozesse Konsequenzen für Familienentwicklung, Lebensqualität oder Gesundheit haben und wenn die Verteilung der Bevölkerung im Raum betrachtet wird. Der Forschungsbereich „Migration und Mobilität“ behandelt eines der wesentlichen Handlungsfelder, das in den kommenden Jahren über die spezifische Entwicklung und die Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels in Deutschland entscheiden wird. Diese Fragen lassen sich rein quantitativ beispielsweise hinsichtlich des Einflusses der Migration auf Bevölkerungsbestand und Altersstruktur („intergenerational replacement“) diskutieren. Im Mittelpunkt der Forschung des BiB stehen jedoch insbesondere die qualitativen Aspekte von Migration und Mobilität.
Der Forschungsbereich gliedert sich in zwei Forschungsgruppen, die sich aus der Differenzierung nach geografischem Maßstab und zeitlichem Muster des Migrations- und Mobilitätsverhaltens ergeben. Er konzentriert sich erstens auf die Entstehungszusammenhänge zur Erklärung von Migrations- und Mobilitätsprozessen. Welche Motive sind für die Entscheidung zur internationalen Migration ausschlaggebend? Wieso entscheiden sich Menschen für multilokale Lebensformen statt für einen Umzug? Zweitens sollen die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen von Migration und Mobilität untersucht werden.

Forschungsgruppe 2.1: Internationale Migration

In der Forschungsgruppe 2.1 steht die Untersuchung der internationalen Migration und ihres Einflusses auf Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Zentrum. Aber auch kleinräumigere Binnenwanderungen, beispielsweise zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, werden die regional differenzierten Auswirkungen des demografischen Wandels prägen. Analysiert werden Motive für die Entscheidung zur internationalen Migration sowie die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Migration wie die Sicherung des Fachkräftebedarfs oder die Teilhabe am Arbeitsmarkt.

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Forschungsgruppe 2.2: Berufsbedingte räumliche Mobilität

Die Forschungsgruppe 2.2 ist auf die Differenzierungen der zeitlichen Dauer von Migration und Mobilität ausgerichtet. Ausgangspunkt ist, dass nicht nur dauerhafte Wohnsitzverlagerungen, sondern auch temporäre und zirkuläre Formen nationaler und internationaler Migration wichtig sind. Auch noch kurzzeitigere, häufig täglich oder wöchentlich wiederkehrende Formen räumlicher Mobilität haben einen zentralen Platz im Mobilitätsgeschehen. Tägliches Pendeln über weite Strecken oder die Einrichtung eines Nebenwohnsitzes nahe dem weit entfernten Arbeitsort, verbunden mit wöchentlichem Pendeln zum Familienwohnsitz, sind bereits heute weit verbreitete Formen, die zunehmend Alternativen zu Binnenwanderungen darstellen.

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Dr. Jürgen Dorbritz

Telefon: +49 611 75 2062
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