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Lebensgestaltung von Eltern und Familienpolitik

Inhalt und Ziel

Die Lebensgestaltung junger Elternpaare zeichnet sich, bisheriger Forschung zufolge, zum einen durch eine Retraditionalisierung der Arbeitsteilung aus: Die zuvor vergleichsweise egalitäre Aufteilung von Haus- und Erwerbsarbeit verschiebt sich nach der Geburt des Kindes in Richtung einer männlichen Ernährer- und einer weiblichen Hausfrauen- und Mutterrolle. Zum anderen ist sie durch eine „Rushhour des Lebens“ geprägt, in der die zeitintensive Fürsorge für (kleine) Kinder mit der Etablierung beider Partner auf dem Arbeitsmarkt zusammenkommt. Dies kann zu einer latenten Überforderung führen.

Unzufriedenheit mit der Arbeitsteilung und der Nichtrealisierbarkeit von Lebenszielen kann die Beziehung schwer belasten und gilt als häufige Scheidungsursache. Die Familienpolitik in Deutschland hat in diesem Kontext einen Paradigmenwechsel erfahren, insbesondere durch das einkommensabhängige Elterngeld und den Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Bislang ist jedoch nicht geklärt, inwieweit sie in der Lage ist, die Lebensgestaltung junger Elternpaare und die Vereinbarkeit verschiedener Lebensziele positiv zu beeinflussen und beispielsweise egalitärere Modelle der Arbeitsteilung von Elternpaaren zu ermöglichen.

Ziel des Projekts ist es zum einen, die Lebensgestaltung und Zeitverwendung junger Elternpaare zu analysieren. Ein spezielles Augenmerk liegt dabei auf der „Rushhour des Lebens“. Zum anderern untersucht das Projekt die Einflüsse der Familienpolitik auf die Lebensgestaltung junger Elternpaare.

Publikationen

Panova, Ralina; Buber-Ennser, Isabella (2016): Attitudes towards Parental Employment: A Ranking across Europe, Australia, and Japan. In: Journal of Research in Gender Studies 6(2): 11–37

Bujard, Martin; Panova, Ralina (2016): Zwei Varianten der Rushhour des Lebens: Lebensentscheidungen bei Akademiker/innen und Zeitbelastung bei Familien mit kleinen Kindern. In: Bevölkerungsforschung Aktuell 37,1: 11-20. [PDF]

Lux, Linda; Diabaté, Sabine (2016): Nur der erste Schritt... Wie Akzeptanz und Nachfrage die Kinderbetreuungsinfrastruktur beeinflussen. In: Neue Zeitschrift für Familienrecht (NZFam). 5,3: 215-219

Bujard, Martin (2016): Wirkungen von Familienpolitik auf die Geburtenentwicklung. In: Niephaus, Yasemin; Kreyenfeld, Michaela; Sackmann, Reinhold (Hrsg.): Handbuch Bevölkerungssoziologie. Wiesbaden: Springer VS: 619-646. [doi:10.1007/978-3-658-01410-0_30]

Bujard, Martin (2015): Consequences of Enduring Low Fertility – A German Case Study. Demographic Projections and Implications for Different Policy Fields. In: Comparative Population Studies 40 [DOI: 10.12765/CPoS-2015-06en]

Bujard, Martin (2015): Wirkt Familienpolitik auf die Geburtenrate? In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Familienpolitik [online]

Bujard, Martin; Schwebel, Lars (2015). Väter zwischen Wunsch und Realität. Neue Vereinbarkeitsprobleme von Familie und Beruf bei Männern. In: Gesellschaft • Wirtschaft • Politik (GWP), 2/2015: 211-224.

Buber-Ennser, Isabella; Panova, Ralina; Dorbritz, Jürgen (2013): Fertility intentions of university graduates. In: Demográfia 56,5: 5-34 [PDF]

Bujard, Martin (2012): Family Policy and Demographic Effects: The Case of Germany. In: Demográfia 54: 56–78 [PDF]

Zusatzinformationen

Projektleitung

Dr. Martin Bujard

Telefon: +49 611 75 3309
Fax: +49 611 75 3960

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