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Wie Tiger und Drache das Geburtenverhalten beeinflussen

Pressemitteilung vom 7. Februar 2018

Die chinesische Astrologie mit ihren zwölf Tierkreiszeichen nimmt in einigen Teilen Asiens starken Einfluss auf das Geburtenverhalten. Darauf deuten auffällige Schwankungen bei den jährlichen Zahlen von Lebendgeborenen hin.

Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Beispiel Taiwans zeigt, wurden im „Jahr des Tigers“ (2010) rund 17 Prozent weniger Babys geboren als im Mittel der letzten zwölf Jahre. Im folgenden Jahr pendelte sich die Geborenenzahl wieder ein, und stieg 2012 plötzlich stark an: Im „Jahr des Drachen“ überstieg die Zahl der Lebendgeborenen den Durchschnitt um mehr als 13 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland weicht die Gesamtzahl aller Neugeborenen selten um mehr als vier Prozent ab.

Ganz offensichtlich begründen in Taiwan die zwölf Tierkreiszeichen kulturell bedingte Fertilitätsunterschiede. „Da dem Tiger überwiegend negative Eigenschaften zugesprochen werden, richten viele Eltern ihre Familienplanung danach aus und verschieben die Geburt auf einen späteren Zeitpunkt“, weiß die Soziologin Kai-Yu Chiu, Gastwissenschaftlerin am BiB. So kommt es in den beiden darauf folgenden Jahren zu einem Nachholeffekt mit steigenden Geborenenzahlen. Vor allem das Zeichen des Drachen ist positiv belegt und gilt als Symbol für Stärke, Macht, Glück und Erfolg (‚Dragon Year Effect‘). Stark abweichende Geborenenzahlen in Abhängigkeit der Tierkreiszeichen lassen sich in Taiwan auch für frühere Perioden bis Mitte der 1970er Jahre nachweisen – für China gilt der Dragon Year Effect hingegen nicht.

Nach dem chinesischen Kalender beginnt mit dem Neujahrsfest am 16. Februar 2018 das „Jahr des Hundes“. Auffällige Schwankungen bei den Lebendgeborenen sind dafür allerdings nicht zu erwarten.

Abweichung der Geborenenzahlen Taiwans gegenüber dem 12-jährigen Mittel Abweichung der Geborenenzahlen Taiwans gegenüber dem 12-jährigen MittelQuelle: BiB

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