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Elternschaft drängt Frauen in unbezahlte Tätigkeiten

Pressemitteilung vom 28. August 2017

Während viele kinderlose Paare heute eine weitgehend gleichberechtigte Rollenverteilung leben, vertieft die Geburt eines Kindes weiterhin die klassische Geschlechterrolle zwischen Mann und Frau. Wie aus einer neuen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervorgeht, wenden junge Eltern für Beruf und unbezahlte Tätigkeiten rund 63 Stunden pro Woche auf.

Allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Mütter übernehmen mit der Geburt des ersten Kindes die Hauptverantwortung für den Nachwuchs und kommen für Haushalts- und Betreuungstätigkeiten auf etwa 51 Stunden. Dagegen fahren sie ihr berufliches Engagement auf durchschnittlich 12 Wochenstunden zurück. Frisch gebackene Väter hingegen konzentrieren sich vornehmlich auf die Sicherung des Lebensunterhalts. Sie arbeiten durchschnittlich 31 Stunden pro Woche im Job - andere unbezahlte Tätigkeiten im Haushalt, zur Kinderbetreuung, für Bildung und Pendeln nehmen weitere 32 Stunden in Anspruch. Die ungleiche Zeitverteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit im Haushalt hat vor allem Auswirkungen auf die Stellung der Frau in der Partnerschaft, da sie die traditionelle Rollenverteilung zementiert. „Obwohl das Bewusstsein zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesellschaftlich gestiegen ist, führt die Geburt eines Kindes immer noch zu einer Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse“, erklärt die Soziologin Ralina Panova vom BiB. Dies hat auch zur Folge, dass Mütter oftmals Abstriche bei den Karriereaussichten machen müssen und deutlich weniger verdienen als Väter, was sich später auch auf die Alterssicherung auswirkt.

Das  Balkendiagramm zeigt die ungleiche Zeitverteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit im Haushalt von Frauen und Männern. Die Geburt eines Kindes führt immer noch zu einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen. Zeitverwendung von Frauen und Männern

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