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Frauen in Deutschland arbeiten seltener Vollzeit als andere Europäerinnen

Grafik des Monats – Mai 2013

In Deutschland üben Frauen deutlich seltener eine Vollzeitbeschäftigung aus als in anderen europäischen Staaten. Lediglich 41% aller 25- bis 59-Jährigen haben hierzulande eine Ganztagesstelle, im EU-Durchschnitt sind es 48%. Als Spitzenreiter gelten die osteuropäischen Länder mit Vollzeitquoten um 70%. Niedrigere Werte als in Deutschland finden sich nur in Italien (40%), Malta (38%) und in den Niederlanden (19%). Diese Zahlen hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) veröffentlicht.

Insgesamt hat die Erwerbstätigenquote von Frauen seit 2002 zwar deutlich zugenommen, allerdings ging dieser Trend an Beschäftigungsverhältnissen in Vollzeit vorbei. „Der Anteil von Vollzeitstellen in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren nur geringfügig um einen Prozentpunkt gewachsen, während es bei Teilzeitstellen einen Zuwachs um sieben Prozentpunkte gegeben hat“, betont Harun Sulak vom BiB. Mehr als in anderen europäischen Ländern stehen offenbar Vereinbarkeitsprobleme wie die Betreuung für Kinder und Familienangehörige einer Vollzeitbeschäftigung entgegen, ebenso die geringere gesellschaftliche Akzeptanz der Müttererwerbstätigkeit. Auch sind Frauen in Partnerschaft aus ökonomischen Gründen vielfach nicht auf eine Vollzeitbeschäftigung angewiesen und sehen in einer verkürzten Arbeitszeit das passende Modell für das eigene Zeitmanagement.

Die höchsten Teilzeitquoten finden sich in den Niederlanden, wo etwa 58% der Frauen mit verkürzten Arbeitszeiten tätig sind. Dagegen sind Teilzeitjobs in vielen osteuropäischen Ländern (z. B. Bulgarien 1%) kaum verbreitet. Hier ist die finanzielle Notwendigkeit der Frauen der Hauptgrund, ganztags zu arbeiten.


Die Grafik zeigt die Anteile von vollerwerbstätigen Frauen im Alter von 25 bis 59 Jahren im europäischen Vergleich Anteil der vollerwerbstätigen Frauen im europäischen Vergleich 2012

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