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Kinderzahl hängt von der Bildung ab – aber nur in Westdeutschland

Grafik des Monats – September 2012

In Westdeutschland bekommen Frauen mit einem akademischen Abschluss deutlich weniger Kinder als Nichtakademikerinnen. Während der letzten beiden Jahrzehnte lag die durchschnittliche Kinderzahl Hochqualifizierter bei etwa 1,3 – bei Frauen ohne akademische Ausbildung waren es rund 1,6. Im Osten hingegen gibt es diesen bildungsspezifischen Unterschied nicht – hier bekommen Frauen unabhängig von ihrer Ausbildung nahezu gleich viele Kinder. Darauf hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in einer neuen Studie hingewiesen. „Die Differenz zwischen Akademikerinnen und Nichtakademikerinnen ist ein rein westdeutsches Phänomen“, so Dr. Martin Bujard vom BiB.

Eine Ursache für die geringere Kinderzahl hochqualifizierter Frauen in Westdeutschland ist die Tatsache, dass sie die Familiengründung immer mehr verzögern und die Geburten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Im Jahr 2011 wurden 38 % der Kinder von westdeutschen Akademikerinnen nach deren 35. Geburtstag geboren, bei ostdeutschen waren es nur 25 %. Frauen ohne akademischen Abschluss haben hingegen deutlich seltener späte Geburten, auch lassen sich kaum West-Ost-Unterschiede feststellen (16 % bzw. 14 %).

Je länger Frauen mit der Geburt des ersten Kindes warten, umso kürzer wird die Zeitspanne, in der sie eine Familie gründen können. Dies verringert im Endeffekt die durchschnittliche Kinderzahl. „Der Geburtenaufschub und der Anteil der späten Geburten sind bei westdeutschen Akademikerinnen auch im internationalen Vergleich stark ausgeprägt“, so Bujard.


Die Grafik zeigt ein Liniendiagramm, dass die Differenz der Kinderzahl bei Akademikerinnen/Nichtakademikerinnen in Ost- und Westdeutschland zwischen 1991 und 2011 darstellt. Differenz der Kinderzahl bei Akademikerinnen/Nichtakademikerinnen


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