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Alleinerziehende sind immer seltener vollzeitbeschäftigt

Grafik des Monats – März 2012

Alleinerziehende Väter und Mütter, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, üben immer seltener eine Anstellung in Vollzeit aus. Zwischen 1996 und 2010 hat sich der Anteil der Vollzeitbeschäftigung von 65 % auf nunmehr 47 % reduziert. Im Gegenzug nahmen Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit von 35 % auf 53 % zu. Das hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) nach Auswertung des Mikrozensus mitgeteilt.

Allerdings haben sich die Beschäftigungsverhältnisse zwischen Männern und Frauen sehr unterschiedlich entwickelt. 87 % der alleinerziehenden Väter mit minderjährigen Kindern arbeiten heute Vollzeit und damit nur unwesentlich weniger als im Jahr 1996 (90 %). Anders sieht das Bild bei alleinerziehenden Müttern aus: Hier belegen rund 42 % der Erwerbstätigen eine Vollzeitstelle, Mitte
der 1990er waren es noch 61 %. Während sich bei alleinerziehenden Vätern also wenig geändert hat, ist die Vollzeitbeschäftigung bei alleinerziehenden Müttern deutlich zurückgegangen.

Die Ursachen dafür liegen u. a. in der Familienstruktur begründet, wie Kerstin Ruckdeschel vom BiB weiß: „Alleinerziehende Männer betreuen meist nur ein einziges Kind, das zudem im Schnitt schon älter ist. Frauen hingegen haben oft zwei oder mehr Kinder zu betreuen, viele von ihnen noch im Kleinkindalter.“ Beide Faktoren erleichtern alleinerziehenden Vätern die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie erheblich. Hinzu kommt, dass Männer im Allgemeinen häufiger in Vollzeit arbeiten. Im Falle einer Scheidung müssen sie also nicht erst nach einer Vollzeitstelle suchen. Im Gegensatz dazu treten Frauen für die Familie häufig im Beruf kürzer.


Die Grafik zeigt den Anteil von Voll- und Teilzeitbeschäftigung bei Alleinerziehenden Anteil von Voll- und Teilzeitbeschäftigung bei Alleinerziehenden


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