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Migranten sind für den Beruf mobiler als Deutsche

Grafik des Monats – November 2011

Beruflich bedingte Mobilität ist unter Menschen mit Migrationshintergrund deutlich weiter verbreitet als unter Deutschen, die keinen Migrationshintergrund besitzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) vorgestellt hat*. In der Studie wurden 1.398 Erwerbstätige in Deutschland zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt, wobei jemand als „mobil“ gilt, wenn er fernpendelt, aus beruflichen Gründen häufig außer Haus übernachtet oder in den letzten drei Jahren über eine größere Entfernung umgezogen ist.

Demnach ist rund jeder vierte (24,2 %) Berufstätige mit Migrationshintergrund beruflich mobil, während dies bei Deutschen ohne Migrationshintergrund nur auf etwa jeden Sechsten (17,6 %) zutrifft. Für diesen Unterschied sieht Heiko Rüger vom BiB insbesondere zwei Gründe: „Studien zeigen, dass Erwerbstätige mit ausländischen Wurzeln einen starken Willen haben, gesellschaftlich aufzusteigen. Sie sind deshalb eher bereit, mobil zu sein, wenn der Job dies erfordert. Auf der anderen Seite spiegelt sich in der räumlichen Flexibilität auch eine größere wirtschaftliche Notwendigkeit wider.“ Menschen mit Migrationshintergrund hätten tendenziell schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und müssten diese oftmals mit Berufs- oder Betriebswechseln ausgleichen.

Die beobachteten Befunde gelten auch dann, wenn man unterschiedliche soziodemografische Merkmale wie Alter, Bildung oder Familienstand berücksichtigt. Auch die aktive Einwanderung nach Deutschland scheint den Unterschied nicht zu erklären. Heiko Rüger vom BiB: „Migranten mit und ohne eigene Immigrationserfahrung unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Mobilitätsdynamik kaum.“


* erschienen in: Hamburg Review of Social Sciences, Vol. 5 (2011), S. 26-51

Die Grafik zeigt den Anteil beruflich mobiler Personen an allen Erwerbstätigen Anteil beruflich mobiler Personen an allen Erwerbstätigen

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