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Bis zu 72 % weniger Geburten seit der Wiedervereinigung

Grafik des Monats – Juni 2011

In einigen Regionen Deutschlands ist die Zahl der neugeborenen Kinder seit der Wiedervereinigung regelrecht eingebrochen. Besonders betroffen sind die neuen Bundesländer: In 22 ostdeutschen Städten oder Landkreisen hat sich die Geburtenzahl gegenüber dem Jahr 1990 halbiert. In der thüringischen Stadt Suhl beträgt der Rückgang sogar 72,4 %. Aber auch in vielen Peripherräumen Westdeutschlands wurden 40 % weniger Babys geboren als im Jahr der Wiedervereinigung. Das ist das Ergebnis einer Berechnung, die vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) jetzt veröffentlicht wurde.

Hauptursache für den starken Geburtenrückgang ist in erster Linie die kleiner gewordene Elterngeneration. Um 1990 waren die starken Jahrgänge der „Babyboomer“ im besten Gebäralter und brachten wiederum viele Kinder auf die Welt. Im Gegensatz dazu ist die heutige Elterngeneration viel kleiner.

Für die starken regionalen Unterschiede machen die Wissenschaftler vor allem Wanderungsbewegungen verantwortlich: „Die Abwanderung junger Menschen, und hier insbesondere von jungen Frauen, hat den Mangel an potenziellen Eltern in vielen Regionen noch verstärkt“, so Dr. Stephan Kühntopf vom BiB.

Lediglich neun Städte bzw. Landkreise konnten 2009 gegenüber 1990 ein Geburtenplus vorweisen. Es handelt sich – mit Ausnahme von Dresden – ausschließlich um vitale Verdichtungsräume im Westen mit attraktivem Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot. Diese profitierten von Zuwanderungsgewinnen aus dem In- und Ausland sowie von einer relativ jungen Bevölkerungsstruktur. An der Spitze liegen die Städte Frankfurt (+16,3 %), München (+13,2 %) und Regensburg (+9,8 %).


Die Abbildung zeigt eine Deutschlandkarte, auf der die Veränderung der Zahl der Lebendgeborenen von 1990 bis 2009 nach Kreisen dargestellt ist. Bis zu 72% weniger Geburten seit der Wiedervereinigung


Datenquelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen BiB

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