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Liebe auf Distanz: Partnerschaften in getrennten Haushalten

Grafik des Monats – Februar 2011

In Deutschland führen knapp vier Millionen Menschen eine Partnerschaft in getrennten Haushalten. Das hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden in einer neuen Untersuchung veröffentlicht. Zwar ist unter den 18- bis unter 70-Jährigen die Ehe immer noch die am weitesten verbreitete Lebensform (56,4 %), aber in den letzten Jahren haben alternative Beziehungsformen an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile leben 7,3 % der Deutschen in einer Paarbeziehung, bei der beide Partner einen eigenen Haushalt führen.

Für die Zunahme von Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung gibt es verschiedene Ursachen, wie Dr. Jürgen Dorbritz vom BiB erklärt: „Bei jungen Menschen sind es vor allem berufliche Gründe, die in einer Fernbeziehung münden. Viele Berufsanfänger finden keinen Arbeitsplatz in derselben Region und akzeptieren deshalb eine Wochenendbeziehung über weite Entfernungen“. Moderne Kommunikationstechniken tragen außerdem dazu bei, Partnerschaften über größere Distanzen aufrechtzuerhalten. Des Weiteren gibt es Partner, die sich trotz räumlicher Nähe ganz bewusst für getrennte Haushalte entscheiden, um sich ein höheres Maß an Unabhängigkeit zu bewahren. Solche Nahbeziehungen gehören zu den wichtigsten Lebensformen junger Menschen in großen Städten, aber auch viele Ältere wollen z. B. nach einer Scheidung ihre neu gewonnene Autonomie nicht aufgeben.

Wie die Studie weiter zeigt, sind Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung weniger stabil als Paarbeziehungen in einer gemeinsamen Wohnung. Dennoch halten etwa 20 % dieser Beziehungen länger als fünf Jahre. Damit haben sich haushaltsübergreifende Partnerschaften hinter der Ehe und dem unverheirateten Zusammenleben als dritte partnerschaftliche Lebensform etabliert.


Die Grafik zeigt Partnerschaftsformen in Deutschland Liebe auf Distanz: Partnerschaften in getrennten Haushalten


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