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Kinderbetreuung in Ost- und Westdeutschland stark unterschiedlich

Grafik des Monats – September 2010

In den neuen Bundesländern wird fast jedes zweite Kind unter drei Jahren in einer öffentlich geförderten Einrichtung betreut (46 Prozent). Damit liegt Ostdeutschland im europäischen Vergleich ganz weit vorne. Dagegen rangiert der Westen mit einer Quote von 15 Prozent im hinteren Mittelfeld. Das vermeldet das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

In Ostdeutschland gibt es ein großes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen sowie eine hohe Bereitschaft, die Kinder dort unterzubringen. Für viele Frauen ist es normal, Mutter zu sein und gleichzeitig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. „Im Westen kämpfen berufstätige Frauen hingegen immer noch gegen das Vorurteil, als ‚Rabenmutter‘ abgestempelt zu werden, wenn sie den Nachwuchs in einer Tagesstätte unterbringen“, so Kerstin Ruckdeschel vom BiB. Das hat zur Folge, dass Frauen aus den alten Bundesländern bei der Kinderbetreuung meist auf sich allein gestellt sind; Hilfestellung bekommen sie in erster Linie von den Großeltern.

Auch innerhalb Europas gibt es große regionale Unterschiede bei der Kinderbetreuung. Die höchsten Werte weisen Dänemark (73 Prozent) und Schweden (49 Prozent) auf. Die neuen Bundesländer rangieren im europäischen Spitzenfeld, noch vor Frankreich. Dagegen wird in Polen (3 Prozent) nur ein kleiner Anteil der Kinder unter drei Jahren in einer öffentlichen Einrichtung betreut. Die alten Bundesländer – und damit auch Gesamtdeutschland – befinden sich weit unterhalb des europäischen Durchschnittswertes von 28 Prozent.


Die Grafik zeigt die Betreuungsquoten der unter Dreijährigen in Europa 2008 Betreuungsquoten der unter Dreijährigen in Europa 2008


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