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Heiratsalter in Deutschland steigt weiter an

Grafik des Monats – Oktober 2014

Paare in Deutschland warten immer länger mit der Eheschließung. So waren Männer im Jahr 2012 bei ihrer ersten Heirat durchschnittlich 32,2 Jahre alt, bei Frauen waren es 29,9. Noch im Jahr 1990 heirateten Männer im Schnitt mit 27,9 Jahren, Frauen mit 25,2. Damit ist das durchschnittliche Erstheiratsalter innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte um rund 4,5 Jahre angestiegen. Der durchschnittliche Altersabstand zwischen den Partnern von etwa zweieinhalb Jahren blieb dabei weitgehend konstant.

Für die immer spätere Erstheirat gibt es viele Gründe: Längere Ausbildungszeiten und veränderte Erwerbskarrieren, aber auch die gesellschaftliche Anerkennung alternativer Lebensentwürfe spielen eine Rolle: „Viele Paare leben zunächst unverheiratet zusammen und schieben die Hochzeit auf“, so Dr. Evelyn Grünheid vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

Besonders im Osten ist das Erstheiratsalter seit der Wiedervereinigung stark angestiegen - im Schnitt um mehr als sieben Jahre. Waren ostdeutsche Männer 1990 noch durchschnittlich 25,9 Jahre alt, so liegt der Wert mittlerweile bei 33,3 Jahren. Bei den Frauen zeigt sich im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 23,6 Jahren auf 30,8. Dagegen entwickelte sich das Aufschubverhalten im Westen Deutschlands weitaus moderater: Hier stieg das Erstheiratsalter von 28,4 auf 32,0 Jahre bei den Männern und von 25,7 auf 29,7 Jahre bei den Frauen. Diese regional unterschiedliche Entwicklung führte dazu, dass die erstmals Heiratenden im Osten heute älter sind als im Westen - bis zum Jahr 2000 war dies noch umgekehrt.

Die Grafik zeigt in einem Liniendiagramm die Entwicklung des durchschnittlichen Erstheiratsalters nach Geschlecht von 1990 bis 2012 Durchschnittliches Erstheiratsalter in Deutschland

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